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Samstag, 19. Januar 2019

Bildergalerie

Innenpanorama

Nordostseite der Kirche

Ostseite der Kirche

Blick zum Tonnengewölbe

Veranstaltungen und Termine



➤ Sonntag, 3. Februar,  4. Sonntag nach Epiphanias,
10.00 Uhr Gottesdienst im Gemeinderaum

➤ Sonntag, 10. Februar,  Letzter Sonntag nach Epiphanias,
10.15 Uhr Gottesdienst im Gemeinderaum

➤Sonntag, 24. Februar,  Sexagesimä,
10.15 Uhr Gottesdienst im Gemeinderaum

➤ Mittwoch, 27. Februar,
14.30 Uhr Gemeindenachmittag im Gemeinderaum

Die Kirche zum Heiligen Kreuz in Bettenhausen/Rhön

 

Kurzer historischer Abriss von H. Landgraf


Die Vorgeschichte unserer Kirche reicht bis ins frühe Mittelalter zurück.

Vermutlich stand bereits um 1200 eine kleine Kapelle auf dem Kirchenhügel.
Zu Anfang des 14. Jahrhunderts soll die Kirche eine Wallfahrtsstätte gewesen sein,
in der sich päpstliche Kleinodien befanden.

Das älteste schriftliche Dokument zur Geschichte unserer Kirche
stammt aus dem Jahre 1503. Es befand sich im Turmknopf und berichtet
von der Erbauung der Kirchspitze als einem achteckigen schieferbeschlagenen Holzbau.
1567 wurde die jetzige hohe Spitze mit den 4 kleinen Ecktürmen aufgesetzt.

In den Jahren 1617 bis 1619 erfolgte der Neubau des jetzigen Kirchenschiffes.
Sein Äußeres wird durch die spitzbogigen Fenster, die mit spätgotischem Maßwerk
verziert sind, sowie den beiden schönen Eingangsportalen mit
Renaissanceornamenten geprägt.
An der Nordostecke wurde der runde Turm hinzugefügt.
Seine interessante Pforte führt ebenfalls ins Innere der Kirche.

Auch die bauliche Innengestaltung stammt aus der Bauzeit der Kirche.
Durch die zweigeschossigen Emporen wird der Raum der Kirche gleichsam in drei Schiffe zerlegt.
Das auf diese Weise gebildete Mittelschiff ist von einem hölzernen Tonnengewölbe überspannt.
Dieses ruht auf den beiden Emporen.

Der Altartisch stand vermutlich weiter hinten im offenen Chorraum.
Die Kanzel war an der rechten großen Säule befestigt.

Relativ schlicht, schmuck- und farblos bot sich der Innenraum den Besuchern der damaligen Zeit.
1674 wurde die erste kleine Orgel, das sogenannte Orgelcimblein, in der Kirche aufgestellt.
Viele Jahre später von 1742 bis 1747 kam es zum Bau einer größeren Orgel.
Durch ein Legat des Schulzensohnes Erasmus Ernst Siebenfreud
in Höhe von 300 Gulden wurde diese Anschaffung ermöglicht.
Der Orgelbaumeister Johann Ernst Döring aus Ostheim baute für unsere Kirche eine Barockorgel,
die zu Pfingsten 1747 das erste Mal erklang.

Rechts neben der Orgel befindet sich der Singchor, für dessen hölzerne Gewölbedecke
Teile aus der Pilgerkirche auf Sankt Wolfgang bei Hermannsfeld verwendet wurden.
Sie ist mit der Jahreszahl 1577 versehen und mit wunderschönen Pflanzen- und Tiermotiven bemalt.

1766 beschloss der Kirchenvorstand, dem Gotteshaus ein besseres Ansehen zu verleihen.
Man beauftragte die Kunstmaler Johann Jacob Prazo und Johann Jacob Gehres aus Meiningen
mit der Farbgestaltung des gesamten Innenraumes, welche diese auf das Prächtigste ausführten.
Sämtliche Säulen der Kirche wurden mit einer blauen Marmorierung bemalt,
wobei die Farbe Blau den gesamten Innenraum prägt. Die Felder der Brüstungen der
Emporen tragen Bibelverse. Auf dem hölzernen Tonnengewölbe sind biblische
Geschichten mit fantasievollen Umrahmungen dargestellt.

Auch der Orgelprospekt wurde zu dieser Zeit farbig gestaltet.
1775 entstand der prunkvolle Kanzelaltar,
der mit der Orgel ein einheitliches künstlerisches Ensemble bildet.

Die Kanzel, ein halbes Achteck, zeigt Jesus Christus mit den vier Aposteln,
darüber thronen Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist.
Den Hauptschmuck des Hochaltars bilden die beiden lebensgroßen Figuren
des Moses und Johannes des Täufers, die von dem Bildhauer
Johann Caspar Hippeli aus Neustadt geschnitzt wurden.
Alle Schreinerarbeiten wurden von Johann Georg Bohn aus Untermaßfeld und
Johann Michael Hess aus Bettenhausen ausgeführt.

Fast alles, was bis zu diesem Zeitpunkt entstanden war,
ist uns bis zum heutigen Tage im Originalzustand erhalten geblieben.

In den Jahren 1990 - 2000 erfolgten Schritt für Schritt Maßnahmen zur Sanierung,
Restaurierung bzw. Konservierung des Kirchenbaues, seiner Einrichtungsgegenstände
und der gesamten Farbgestaltung.

Heute erlebt der Besucher die Kirche „Zum Heiligen Kreuz“ in Bettenhausen
als beeindruckendes Beispiel sakraler Baukunst, das Zeugnis ablegt vom Fleiß, Geschick
und Ideenreichtum unserer Vorfahren.